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Geschichte
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Die
Pfarrgründung erfolgte 1083 durch Bischof Altmann
von Passau, dem Gründer des Stiftes Göttweig.
Nach diesem Bischof Altmann ist auch die ehemalige
Katastralgemeinde Altmannsdorf benannt. Der
Pfarrsprengel, welcher sich ursprünglich bis
an die steirische Landesgrenze erstreckte, wurde
aus Teilen der alten Pfarren von St. Pölten
und Böheimkirchen gebildet. (Archiv Göttweig)
1500 - 1700 Die Zeit der beiden Türkeneinfälle:
Die
Zeit der großen Drangsale sollte für Pyhra mit
dem Jahre 1530 beginnen. Göttweig, das die Grundherrschaft
über Pyhra besaß, wurde gezwungen, um die großen
Kriegsbeiträge leisten zu können, einige Güter
zu veräußern. Der Verkauf eines Teiles der unbeweglichen
Güter war der Geistlichkeit vom Landesfürsten
aufgetragen. Die Besitzungen zu Pyhra wurden
dem Ritter Wilhelm von Greiß zu Wald, einem
Protestanten, übergeben. Mit diesen Realitäten
wurde ihm gleichzeitig das Patronat der Pfarre
überlassen. Die traurigen Folgen für Kirche
und Schule (schon 1439 ist von einer Pfarrschule
in Pyhra die Rede) äußerten sich bald.
Ein weitreichendes Ereignis, das die Entwicklung
des Ortes auf das schwerste beeinflusste war
der erste Türkeneinfall (1529). Herumstreifende
Herden zerstörten den Pfarrhof, die Kirche und
den ganzen Ort. Gewaltsam drangen die Eroberer
in die versperrte Pfarrkirche ein. Das Gotteshaus
wurde in Brand gesteckt, das Gewölbe des Mittelschiffes
stürzte ein, während Presbyterium und Seitenschiffe
erhalten blieben. Diese zeugen noch den frühgotischen
Baustil, während das zerstörte Hauptschiff durch
ein spätgotisches ersetzt wurde. Die folgenden
Jahre waren von Not und Armut gekennzeichnet.
Noch 1544 wusste Pfarrer Paul Feuerschütz kaum,
wie er sich erhalten sollte. Er sei allein,
wo doch früher 3 Pfarrer waren, Pfarrhof und
Kirche seien nur zum Teil aufgebaut, die Schule
geschlossen. Die mittlerweile zum Luthertum
übergetretenen Herren von Greiß setzten evangelische
Prediger ein. Der Hesse Andreas Roth erhielt
durch sie die Pfarre. Die Schule hatte erst
1580 wieder einen Lehrer, der "ein feines Einkommen von
50 Gulden" genoss, eine für die damalige Zeit
wirklich fürstliche Besoldung. Pyhra blieb für
den katholischen Glauben verloren, bis durch
strenge Gebote des Kaisers Ferdinand II der
eingedrungenen protestantischen Lehre ein Ende
gesetzt wurde. In einem zeitgenössischen Bericht
heißt es hierzu: "Den 14. März 1625 wurden Probst
Martin zu Herzogenburg und Ortlieb von Pötting
als Commisäre beordert, sich nahe Pyhra zu verfügen,
die Kirchenschlüssel abzufordern und sich durch
nichts in ihrem Geschäft beirren zu lassen."
Am 25. März trafen sie hier ein. Trocken erklärte
ihnen der lutherische Prediger, er werde ihnen
die Kirchenschlüssel nicht aushändigen und keine
Macht werde ihm hindern, den Kirchendienst zu
versehen. Die herumstehenden Bauern gerieten
in heftigen Zorn, und einer schrie: " Man wird
doch diesen Kaiser auch noch wohl tumblen und
putzen."
Der Aufstand wurde nur durch den beharrlichen
Ernst und die Gegenwart der Commissäre unterdrückt.
Der frevelnde Schreier wurde in Eisen geschlagen,
die Kirchentüre verschlossen und versiegelt.
Freiherr von Greiß überhäufte die Abgesandten
des Kaisers mit Vorwürfen und drohte, er werde
die Siegel wegreißen. In Wien glaubte er dadurch
zu siegen, dass er dem Kaiser die Urkunden verlegte,
die den K auf der Pfarrgüter zu Pyhra und das
darauf haftende Patronatsrecht bewies. Der Monarch
aber entschied: "Diese Güter sind Gott geweiht
und können nicht in Kauf kommen." Erst am 14.
August konnten die kaiserlichen Beauftragten
die Pfarre Pyhra dem Stift bzw. dem Abt von
Göttweig übergeben. Noch unheilvoller wurde
für Pyhra und Umgebung der zweite Türkeneinfall
im Jahre 1683. Hatten doch etwa 20 000 Türken
zwischen St. Pölten und Wilhelmsburg ihre Zelte
aufgeschlagen. Von ihrem Standlage aus unternahmen
sie verheerende Raubzüge in die nähre Umgebung.
Die Bewohner des Ortes scharten sich in ihrer
Angst um ihren Pfarrer Pater Edmund Wagner.
Am 4. Juli schlossen sie sich in der Pfarrkirche
und im festen Turm ein. Tatsächlich kam ein
Schwarm von Türken in den Ort. Vergebens versuchten
sie, die südliche Eingangstür zu brechen. Die
heute noch sichtbaren Spuren von Axthieben bei
den Türangeln stammen aus dieser Zeit. Da steckten
die Türken am 15. Juli die Kirche in Brand.
Unter großen Mühen gelang den Belager ten die
Flucht. Sie verschanzten sich im "Blinderhof".
Turm und Dachwerk der Kirche brannten, die Glocken
gingen zugrunde. Altäre und Bilder wurden zerstört,
die Grüfte erbrachen. Pfarrhof, Spital (es stand
auf dem Platz, wo sich heute die Schule befindet)
boten ebenfalls ein Bild grauenhafter Verwüstung.
Die Feinde macht sich, nachdem sie sich im Markt
ausgetobt hatten, an die Verfolgung der Geflüchteten.
Am 23. Juli wurden die Verängstigten im Binderholz
entdeckt. Pater Edmund fand mit den Seinen,
die er auch in dieser Schreckensstunde noch
zur Standhaftigkeit ermuntert hatte, unter den
Streichen der Feinde den Tod.
Einer
mündlichen Überlieferung zufolge soll der Pfarrer,
an den Schweif eines Pferdes gebunden, vom Binderholz
über eine Stunde weit bis zu jener Stelle bei
Auern geschleift worden sein, wo jetzt sein
Denkmal (der "Johannes" s. Bild unten) steht.
Frauen und Kinder wurden in die Gefangenschaft
geschleppt. Die Überlebenden Männer wurden nach
Wien gebracht, um den Türken beim Schanzengrab
en zu helfen. "Captus a Tataris" - gefangen
von den Türken - heißt es in den Matrikenbüchern.
In dieser Zeit wurde die Pfarre zum größten
Teile entvölkert. Deutlich geht dies aus dem
Geburtenbuch der Pfarre hervor. 1682 waren noch
108 Geburten vermerkt, zwei Jahre später nur
mehr 49. Der neue Pfarrherr, Pater Gottfried
Grimmels, beginnt die Matriken am 10. Oktober
1683 mit den Worten: "Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch,
begonnen nach der Verwüstung dieser Pfarre Pyhra
und Michelbach".
Zahlreiche Einwanderer aus Nieder- und Oberösterreich,
Steiermark, Kärnten und Tirol sind hier vermerkt.
Auch Bayern und Würtemburger siedelten sich
hier an. Einem Bericht der Herrschaft Sinzendorf,
der damaligen Besitzerin zu Wald, ist folgende
traurige Bilanz zu entnehmen: 130 abgebrannte
Häuser, 34 niedergemachte Hausleute, 100 "hinweggefangene"
Hausleute, 245 Kinder, 109 Dienstboten (ebenfalls
in die Gefangenschaft geschleppt).
Die Kenntnis von den Ereignissen des Jahres
1683 verdanken wir einen gewissen Philipp Meydl,
einem Mann aus Pyhra, der dem Binderholz - Massaker
entkommen war. Peter Isidor Pahl ließ Abschriften
dieser mündlichen Berichte anfertigen. Sie sind
noch heute im Pfarrhof Pyhra als kostbare Dokumente
einer fürchterlichen Vergangenheit aufbewahrt.
Die Türken haben übrigens auch eine lebendige
Erinnerung zurückgelassen. Beim überhassteten
Abzug vergaßen sie, ein Türkenmädchen mitzunehmen.
Dieses wurde am 15. Dezember 1686 auf den Namen
Maria Barbara getauft. Das Mädchen wurde von
einem Matthias Aichinger erzogen und hat sich
am 20. Juli 1701 mit Thomas Zauner, Bauer in
Mayring in der Perschenegg verehelicht. Nach
diesen Jahren der Unruhe, Not und Schrecken
kehrte allmählich wieder Ruhe und Ordnung ein.
Die Schäden an der Pfarrkirche und den Höfen
wurden behoben. Erst 7 Jahrzehnte späte wurde
das westliche Vorhaus, die Kanzel und Orgelgestühl
erbaut.
Die Pfarrgründung erfolgte 1083 durch Bischof Altmann von Passau, dem Gründer des Stiftes Göttweig. Nach diesem Bischof Altmann ist auch die ehemalige Katastral- gemeinde Altmannsdorf benannt. Der Pfarrsprengel, welcher sich ursprünglich bis an die steirische Landesgrenze erstreckte, wurde aus Teilen der alten Pfarren von St. Pölten und Böheimkirchen gebildet. (Archiv Göttweig)
1700 - 1800 Franzosenkriege:
Doch schon kurz vorher - 1741 - zog mit dem
bayrisch-französichen Einfall erneut Unruhe
ins Land. Vom Schicksal des Marktes Pyhra berichten
nur einige wenige Zeilen aus der Hauschronik
des St. Pöltner Karmeliterinnenklosters. Dort
heißt es: "Dann unserer Schwester Barbara leibliche
Schwester, die zu Pyhra, in einem Dorf, 3 oder
4 Stund von hier, wohnhaft war, uns bekannt
und gesagt, als der Feind aus dieses Dorf zu
nächtlicher Zeit nach seiner Gewohnheit geplündert
und weder Kirchen noch Pfarrhof verschonet,
und ihr eigenes Haus nahend an den Pfarrhof
angestoßen, haben sie sich in dieser so großen
Not und Angst knieender bei einem brennenden
Licht und erföffneter Haustür ihrem göttlichen
Kindl stets betend anbefohlen.
Um mit Verwunderung aller übrigen Inwohner
des selben Dorfes ist ihr Haus und der nächsten
Nachbarin ihres allein von diesem Übel der Plünderung
befreit verblieben". "Feindes Einfall im Jahre
1805" lautet der Titel eines Berichtes, den
Leopold Karl Maurer, Verwalter der Gräflich
Trauts en`schen Güter, am 30. Jänner 1806 an
seine Herrschaft erstattet. Er schildert darin
den Durchzug der Franzosen durch St. Pölten
und die benachbarten Orte sowie die erlittenen
Schäden seiner Herrschaft. "Das Dorf Prunn und
Getzersdorf entgingen der Plünderung, jedoch
litten sie viel an Einquartierungen Requisitienen.
Tiefenbach litt mehr und wurde auch zum Teil
geplündert. Außer jenen Pferden, so nicht geflüchtet
sind, sind außer den unbrauchbaren alle weg".
(Die heutigen Katastralgemeinden Brunn, Getzers-
dorf und Obertiefenbach gehörten mit den meisten
Häusern damals zur Grundherrschaft Trautsohn.
Auch in anderen Dörfern der Pfarre ging es damals
arg zu. Nach dem Sterbe- register wurden am
16. November 1805 in Schauching Nr. 1 (Brunnhof)
die 66-jährige Bäuerin Anna Maria Lechner und
in Zuleithen Nr. 1 Leopold, der achtjährige
Sohn des Johann Übelbacher, vom Feinde erschossen.
Am
18. November wurde der 50-jährige Bauernknecht
Matthias Moser in Reichenhag 6 vom Feind erschlagen,
und am 28. November erlag in Tiefenbach Nr.
12 der 60-jährige Bauer Michael Bandion seinen
vom Feinder erlittenen Mißhandlungen. Reichlicher
fließen die Quellen zu den Gescheh- nissen des
Jahres 1809.
Was geschah aber in diesen Wochen und Monaten
abseits vom großen militärischen Geschehen in
den Märkten zwischen Traisen und Schöpfl? Das
bischöfliche Konsistorium in St. Pölten verlange
in einer Currende vom 26. Jänner 1810 von jeder
Pfarre " eine zuverlässige Geschichte über die
beim letzten Feindeinfall erlittenen Personalmiß-
handlungen der Geistlichen, verübten Schäden
an Kirchen, Pfarrhöfen und Schulen, Auslagen
an Quartierkosten, Requisitionen, edle Handlungen
usw., da solches für jede Pfarre von bleibendem
Interesse sei". In Ausführung dieses Auftrages
berichtete der damalige Pfarrer von Pyhra, Pater
Isidor Pohl, ausführlich über seine Erlebnisse
und Eindrücke im Jahre 1809. (Original im Diözosanarchiv
St. Pölten).
1800 - 1945 Aufbruch in eine neue Zeit und zwei Weltkriege:
Wohltuende Ruhe zeichnen die folgenden Jahrzehnte
aus. Der Friedhof, bis dahin um das Gotteshaus
gelegen, wird auf den westlichen Ortsausgang
verlegt. Am 13.11.1822 wird der erste Tote auf
dem neuen Leichenhof bestattet. Erst 1862 schritt
man an die Einfriedung des neuen Gottesackers.
1881 wurde der Platz um die Kirche von wuchernden
Unkraut gesäubert und die Planierung des Kirchenplatzes
in Angriff genommen. Im Jahre 1900, unter der
Amtszeit des Bürgermeisters Dominik Funk, erhielt
das Gotteshaus den neugotischen Hauptaltar.
Das Jahr 1912 brachte noch eine große Eröffnungsfeier
für den Ort Pyhra und die Umgebung. Die neue
sechsklassige Volks- schule konnte nach kaum
einjähriger Bauzeit eröffnet werden. Diesem
großen Ereignis waren Jahre härtesten Ringens
im Gemeinderat vorausgegangen.
Der 1. Weltkrieg hinterließ dem Orte wie jeder
Krieg deutliche Spuren. 104 junge Söhne und
Väter sahen nach Jahren nach dem Ende des blutigen
Ringens ihre Heimat Pyhra nicht mehr. 1922 wurde
den Gefallenen zwischen Kirche und Schule ein
Ehrenmal errichtet. Noch schlimmer waren die
Folgen des zweiten großen Völkerringens im vorangegangen
Jahrhundert.
Im 2. Weltkrieg wurde die Kriegsfackel direkt
in den Heimatort getragen. Am 14. April 1945
besetzten die Truppen der Sowjetunion den Markt.
Was sich in darauffolgenden Wochen und Monaten
ereignete, ist nur schwer wiederzugeben. Aus
Aufzeichnungen des hiesigen Gendarmeriepostens
geht eine erschütternde Bilanz hervor: 14 Raubüberfälle,
101 Plünderungen, wobei 441 Fahrräder, 86 Pferde,
524 Rinder und 573 Schweine und 1455 Hühner
gestohlen wurden. Im August d. Jahres (1945)
wurde zwar der Gendarmerieposten wieder besetzt,
doch konnte den Überfällen nicht Einhalt geboten
werden.
Im Probstwald, in dem sich ein Munitionslager
der deutschen Wehrmacht befand, büßten nach
Kriegsende 18 junge Menschen beim Sammeln des
damals begehrten Rundmetalls ihr Leben ein.
145 Söhne des Ortes mussten in diesem entsetzlichen,
unsinnigen Völkerringen ihr Leben lassen. Ihre
Namen sind auf zusätzlich angebrachten Tafeln
auf dem Krie gerdenkmal zu lesen. In den letzten
Tagen dieses Krieges fielen im Marktbereich
noch 10 Soldaten der deutschen Wehrmacht. Doch
auch die Zivilbevölkerung hatte Verluste zu
beklagen. Teilweise wurden diese Bedauerns-
werten von abziehenden Einheiten der Waffen-SS,
teilweise von sowjetischen Soldaten erschossen
bzw. verschleppt und kehrten nicht mehr in die
Heimat zurück. Nach und nach kehrten die Männer
aus der Gefangenschaft heim. Schon 1947/48 begann
man mit der Renovierung der Pfarrkirche. Eine
Orgel wurde eingebaut. 9 Jahre später erfolgte
eine vollständige Innen- und Außenerneuerung,
neue Glocken wurden aufgezogen.
1945 - heute:
Am
20. September wurde dem Markt und den umliegenden
Katastralgemeinden die neue Wasserversorgungsanlage
übergeben. Die Wasserentnahme erfolgt seither
aus dem Kanal der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung
und einem Brunnenfeld in der Nähe der Katastralgemeinde
Brunn. Am gleichen Tag überreichte der damalige
Landeshauptmann- stellvertreter Hirsch dem Bürgermeister
Franz Hagenauer das von der NÖ. Landesregierung
gewidmete Marktwappen. Schon 1959 wurde mit
dem Bau der Haupt- schule begonnen.
An das bestehende Volksschulgebäude wurden
zwei Flügel angesetzt und das Dachgeschoss über
dem 1. Stock für den Raum der Schulküche und
Mädchen -Handarbeiten erweitert. Ende 1963 war
dieser Hauptschulzubau beendet. Infolge der
Eingemeindung von Wald und der damit verbundenen
Änderung des Pflicht- schulsprengels der Hauptschule
ist die Schulraumnot, besonders für die Volksschule
spürbar gewesen. Aus diesem Anlass wurde dann
die Volksschule errichtet.
Vom Dorf zum Markt
Von
den weltlichen Grundherren, die in Pyhra Besitz
hatten, nannten sich nur einige nach dem Ort.
So bezeugte um 1180 Fridericus de Pircha eine
Weingartenschenkung Rudberts von Fohrafeld an
das Stift Göttweig. Um 1190 ist eine Engelschalf
von Pircha Zeuge einer Urkunde. 1391 tätigt
Hans der Rieder von Pierichech einen Gütertausch
mit dem Stifte Lilienfeld. 1405 ist er als Amtmann
von St. Pölten Zeuge einer Urkunde. 1496 bezeugt
Jörg Steger zu Pirchach den Verkauf eines freieigenen
halben Hofes zu Stattersdorf an Christoph Grabner
(Herrschaft Pottenbrunn). Auswärtige Grundherr-
schaften finden wird für kürzere oder längere
Zeit im Orte Pyhra vertreten, so etwa Kreisbach,
Ochsenburg, Kerschenbach, Albrechtsberg, die
Stifte Lilienfeld und Herzogenburg. Dass auch
die Herrschaft Wald schon vor 1530 Grundherr
in Pyhra war, ist anzunehmen, sicher aber hatte
Wald zeitweise die Vogtei zumindest über Teile
des Göttweiger Besitzes. Die Rechte der Göttweiger
Grundholden sind im Einvernehmen mit der Grundobrigkeit
Göttweig schon sehr früh (um 1400, nach L. Koller
um 1440) schriftlich in einem sogenannten Banntaiding
festgelegt worden. Danach soll der Abt jährlich
ein Taiding abhalten, nur einen nichtadeligen
Amtmann einsetzen, die "armen" Leute rechtzeitig
zur Versammlung (=Taiding) einladen.
Der Grundherr betont sein Recht, nach Belieben
einen Vogt (=Schutzherren) zu nehmen oder abzusetzen.
Dieses Recht hat Göttweig auch schon früher
betont, als Abt Wolfgang von Göttweig seinen
Neffen Otto von Wald als Vogt über die Leute
und den Besitz Göttweigs "auf der Widem zu Pierichech"
einsetzte. Von jedem Lehen hat der Vogt für
seine Tätigkeit ein Huhn zu fordern. Die Rechte
des Grundherren gegenüber dem Landgericht werden
genau abgegrenzt.
Quelle: 900 Jahre Pfarre Pyhra (Alois Eder
- Anton Grabler - Franz Gugerell)